Generation Alice

Mein Tag heute war gut.  Sogar ziemlich gut. Der Besuch beim Friseur war lang, aber erfolgreich. Der Latte Macchiato danach lecker, der Einkauf entspannt, mein selbstgekochtes Mittagessen erstaunlicherweise äußerst genießbar, die Runde auf dem Rad nötig. Alles passte, kein Regen, kein Wind, und die Frisur.. sitzt! Und dann….. der verhängnisvolle Besuch bei meiner Oma… Kaum durch die Haustür rein, schallte mir entgegen: “Wer hat dir denn wieder so nen Pinsel geschnitten?” Der Pinsel, das ist übrigens mein neuer Pony. Peng, wunderbar! Mein Hoch kriegt den ersten Dämpfer. “Ja ich selber wars nicht..” “Warst du beim Friseur?” “Ja….” “Und schon wieder bist du rothaarig!” “Das ist nicht rot, das ist kupferblond!” “Also mir gefällst du so hellblond besser, und wenn du die Haare aus dem Gesicht……” Aaaaaahhh!!

Die Haare zu rot, zu dunkel, der Pony zu fransig, das T-Shirt zu kurz, der Ex zu haarig, die Ernährung zu gesund (“Kein Krapfen? Bist du schon wieder auf Diät?”), ich fahre zu schnell, zu wild, ich bin unhöflich, unpünktlich, ungeduldig…. und undankbar!

Undankbar??! Naja, zumindest so was in der Art… Denn habe ich hier nicht alles? Ein sauberes Häusschen, ein weiches Bettchen, nette Freunde… und was mache ich? WAS MACHE ICH? Ich fahre für drei Wochen nach SÜDAFRIKA… Zu den WILDEN… mit zwei fremden MÄDCHEN… dorthin wo solche ZUSTÄNDE herrschen… KRISENGEBIET… ich werde ENTFÜHRT! Eingesperrt… in 21 Teile zerstückelt… verbrannt… Und dann müssen meine Eltern und die Regierung für das Lösegeld meiner letzten sterblichen Überreste aufkommen… So schauts aus! Wieso kann ich nicht zu Hause bleiben? Oder wenigstens in ein ZIVILISIERTES Land fahren?? Ja, warum nur?

Weil ich die Welt sehen möchte. Und dann heimkommen, braun gebrannt und mit einer Kamera voller Schnapschüsse. Und dann mit meiner Oma bei Tee, Schokofondue und Bauer sucht Frau im Hintergrund Reiseerlebnisse und  Geschichten von früher austauschen… Genau so schauts aus. :-)

Back to the roots.

Es ist kaum zu glauben, es ist 20:47 Uhr und ich stelle fest, dass die Veröffentlichung meines letzten Blogeintrags genau 10 Monate, 2 Wochen, 4 Tage, 23 Stunden und 17 Minuten her ist. Hätte mir einer noch vor zwei Jahren gesagt, dass ich meinen einst so geliebten Blog derart vernachlässigen würde, ich hätte meine schon damals furchige Oma- Hand zu einer kleinen Faust geballt, ausgeholt und…. na ihr könnts euch ja vorstellen, meine sadistischen Neigungnen waren ja schließlich schon zu jenem Zeitpunkt stark ausgeprägt.

Und nun sitze ich so da, lese Blogs von Bären und Blonden und denke mir: “Was ist denn nur aus deinem Erbe für die Nachwelt geworden?” Die Antwort, meine Lieben.. ihr seht es selber… verwahrlost, verlassen, vereinsamt… doch das soll sich ändern! Und der erste Schritt war ein neues altes “Theme”, mein erstes eigens gewähltes überhaupt, der Anfang aller Anekdoten über Schule, Alkohol und weitere wichtigen Themen, ein Platz für Gerüchte, Intrigen und natürlich viel Philosophie…!!

Was hat sich inzwischen getan, in der Zeit zwischen meinem ersten Eintrag an einem wunderschönen 3. Mai 2006 und heute, dem etwas trüben und bewölktem 14. Januar 2009?? VIEL, meine Lieben, SEHR VIEL! :-)

Ich persönlich bin zwar immer noch blauäugig, immer noch blöd aber nicht mehr blond. Außerdem… hmm.. weder Fisch noch Fleisch… soll heißen, weder Schüler, noch Student… Ja meine Lieben, die Schule, die gehört inzwischen der Vergangenheit an! Und mit ihr leider auch Schulcafe, helle Muffins, dunkle Muffins, Milschschaum, Tomate- Mozarella- Baguettes… nur um ein paar vorzügliche Speisen unserer Küche zu nennen… vorbei das Leben mit Kästen, Hasen und Lebkuchenhexen! Nie wieder ausbrechender Angstschweiß weil man nichts auf die Physik- Ex gelernt hat… nie wieder Lesen in Latein… nie wieder… hach, zu viel um alles aufzuzählen… ;-)

Vorbei aber nicht nur das Gymnasium, auch meine beiden Tanzschulen zählen mich nun nicht mehr zu ihren Mitgliedern! Natürlich, ein schwerer Verlust für alle, solch eine außergewöhnlich talentierte, begabte und dazu überaus hübsche Schülerin, die größte Hoffnung des Balletts, die letzte Rettung des Paartanzes, die womöglich einzige hoffnungsvolle Vermittlerin des Friedens zwischen den verfeindeten Stämmen der Bollywoodtänzer und der Ballerinas, gehen lassen zu müssen. Aber so ist das eben, wenn man für (noch) Größeres bestimmt ist! Man muss gewisse Opfer auf sich nehmen…

Und wo wir schon von Opfern sprechen, so möchte ich natürlich nicht verleugnen, dass in diesen nun fast drei Jahren auch so manch einer mit Leib& Bart hinhalten musste, sei es um meine Aggressionen auszuleben, als Mittel gegen schlechte Laune oder einfach aus Spaß an der Sache… ihr solltet es als eine Ehre ansehen meine Prügelknaben (gewesen) zu sein, meine Lieben!

Aber was ist geblieben? Natürlich, meine Vorliebe für leckere Cocktails, ein Gläschen Tequila hier, ein Wodka da… ;-)  Ein kleiner wuschliger, überdrehter Hund… ein inzwischen schwerhöriger und halbblinder Hase… zwei fette und hinterlistige Ratten… Eltern… viel Faulheit… und, natürlich, meine Mädls! :-) Trotz Arbeit, neuer Heimat in Berlin und Auswanderungsplänen nach Holland… irgendwie bleiben wir uns verbunden… egal ob durch Blutsbruderschaft, gemeinsame Vorlieben für Souvernirs aus Cafés oder Brandflecken auf dem Teppich… da müssen schon mehr als drei Jahre vergehen um diese Ära zu beenden! :-)

Aber wie sagte schon Einstein: “Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.” Ihr könnt also nur gespannt sein was die Zukunft mir bringt! ;-)

doggies dish…. would you like to taste?

 

Seems like Sunday….

                 

Zurück aus der Winterpause…

“Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich Sie zu einer neuen Ausgabe von “Wetten, dass…??” begrüßen zu dürfen! Wir befinden uns heute im schönen Schwaben, genauer gesagt in der idyllischen Metropole Buxheim. Austragungsort unserer heutigen Sendung ist das über die Grenze hinaus bekannte Gymnasium M.B., welches besonders durch sein bestechend leckeres Essen und die netten Bedienungen im Schulcafe herrausragt!

Und diese prominenten Gäste werden Sie heute erwarten: Professor der Chemie, Herr Dr. Mildenberger! Genforscherin Frau Dr. vet. Bumann! Literaturprofessor Herr Dr. Pfadler! Und die Superaffennanny Frau Dr. Wölfe! [tosender Applaus] Guten Abend.. Guten Abend.. oh, gut sehen Sie heut aus, wirklich… ein bezauberndes Kleid.. Es freut mich Sie begrüßen zu dürfen.. Solch hohe Prominenz.. [Unterbrochen von Händeschütteln und Küsschen rechts und links] Oh, bedienen Sie sich ruhig, Frau Doktor Wölfle, bedienen Sie sich, es sind noch genügend Chips da! Sehr geehrte Zuschauer, Sie sehen, unsere Gäste sind nun bestens versorgt und so können wir uns endlich der ersten Wette zuwenden! [Zustimmendes Raunen aus den vorderen Reihen] Unsere erste Wettkandidatin ist ein junge Frau aus der aufstrebenden Weltkulturstadt Steinheim. Wenn ich mich nicht irre, wohnen auch Sie dort, Frau Dr. Wölfe?” “Oh ja, das ist richtig. I’m from Stonehome!” [Literaturprofessor Dr. Pfadler bricht in Lachen aus; Chemieprofessor Dr. Mildenberger grinst ungläubig und verbirgt seine Augen hinter der der Hand; Genforscherin Dr. vet. Bumann verzieht die Augenbrauen nach oben und lächelt künstlich] “Jedenfalls, diese Wettkandidatin behauptet nun, das Unglaubliche schaffen zu können. Sie wettet, sie schafft es ihre Facharbeit mit dem Neugier erweckendem Thema “Verhaltensbiologischer Versuch” bis Mittwoch, dem 23.01 fertig zu stellen. [Die Gäste zucken mit keiner Wimper] Ich sehe, das scheint Sie wenig zu beeindrucken! Nun, ich will es Ihnen genauer erklären. Diese junge Dame schreibt eine Facharbeit über Labyrinthversuche mit Ratten, an sich für Sie, meine lieben Gäste auf dem Sofa, keine Besonderheit, denn auch Sie sind zur Zeit mit Arbeiten selber Art beschäftigt….? [Zustimmendes Nicken] Und wie weit sind Sie schon, wenn ich fragen darf?” “Nun, mir fehlt es nur noch an ein bisschen…” “Ich habe noch lediglich die Punkte 4.2-4.9 auszuführen….” “Ich habe noch fast gar nichts! Klone sind scheiße! Ich werde versagen…! “ [Hält ein koplett fertiges Exemplar in ihrer Hand] “Also, ich bin fertig….” [lächelt breit und schadenfreudig] ”Ich bin beeindruckt! Nun aber zurück zu unserer Wettkandidatin. Im Gegensatz zu unseren Promis ist sie noch weit davon entfernt fertig zu sein! Ich darf sie willkommen heißen: Magdalena P.!” [Herein getanzt kommt ein leicht psychisch gestört wirkendes Mädchen; in der linken Hand hält sie fest umschlossen eine schwarze Ratte die mit aller Macht versucht sich zu befreien, die rechte Faust hält sie siegessicher in die Luft gestreckt. Zielsicher läuft sie auf den Professor der Chemie, Dr. Mildenberger, zu und boxt scheinbar mit aller Kraft in Dr. Mildenbergers Gesicht. Während er verängstigt zusammenzuckt, bleibt ihre geballte Faust wenige Millimeter vor seinem Auge stehen] “Haha, reingefallen!!” [Während Magdalena in irres Lachen verfällt, werfen sich die übrigen Gäste bedeutungsvolle Blicke zu] “Hallo, Magdalena. Wie ich sehe, sind sie bester Laune?” “Ach, das bin ich doch immer! Nicht dass jetzt irgendjemand meint, ich würde Drogen nehmen…..” [Schaut kurz in die Richtung von Supernanny Dr. Wölfle; ihre Blicke treffen sich und beide brechen in Grinsen aus] “Nun, ääh… [blickt etwas irritiert] ja.. Sie also wetten, dass… Moment.. [fasst sich wieder] Sie wetten also, dass Sie es schaffen ihre Facharbeit bis Mittwoch fertig zu stellen. Nun, wieso Mittwoch? Der Abgabetermin ist doch erst für Freitag, den 25.01. festgelegt?” “Es ist so, ich möchte beweisen, dass auch ich nicht alles auf den letzten Drücker machen muss….” “Ich verstehe. Doch was unterscheidet Sie von unseren prominenten Gästen, die ja nun fast alles schon fertig sind? Ich meine, warum sind Sie noch nicht so weit, was erschwert Ihnen die Aufgabe?” “Tja, zuerst waren es meine Ratte, die nicht so wollte wie ich. Aber das hat sich ja jetzt geändert, gell?? [Schüttelt leicht die nun etwas leblos wirkende Ratte in ihrer rechten Hand] Und dazu kam meine extrem ausgeprägte Faulheit. Und dieses ewige Vor-sich-hin-schieben. Und zuletzt die Tatsache, dass ich bis heute eigentlich nicht so genau weiß, worüber ich eigentlich genau schreiben muss. Mir fehlt einfach der Durchblick!” “Aha, das hört sich ja nach einer tragischen Verkettung äußerst ungünstiger Faktoren an. Wie wollen Sie denn nun vorgehen?” “Schreiben, schreiben, schreiben! Am besten zu möglichst später Stunde, denn da arbeite ich einfach am effektivsten….” “Ein sehr ausgeklügelter Plan! Kommen wir nun zu der Wette. Herr Professor Mildenberger, glauben Sie, dass Magdalena das schaffen wird?” “Um ehrlich zu sein glaube ich nicht an ihren Erfolg! Mein Eindruck von ihr ist, dass sie eine überaus untätige Person ist, die zu allem Überfluss nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Ich wette, sie schafft es nicht!” “Magdalena, was sagen Sie dazu?” “Hmpf… Ich mach dich fertig!” “Das ist eine klare Ansage! Professor Dr. Mildenberger, was ist Ihr Wetteinsatz?” “Hmm, ich habe gesehen im Schlecker gibt es Schokoladennikoläuse zum Sonderpreis….” [wird unterbrochen] “Nää… Schokolade macht dick! Wie wäre es hiermit: Der Verlierer macht einen ganz Schultag lang das Schulhaus in Plüschtierhausschuhen unsicher…. [Es ist vereinzeltes Lachen aus dem Zuschauerraum zu hören] “Na, das hört sich doch nach einem guten Wetteinsatz an! Was sagen Sie dazu, Professor Dr. Mildenberger??” “Nun, ääh…..” “Das ist toll!! Das gefällt mir! Das nehmen wir! Naja.. das war ja auch meine Idee!!” [ein eingebildet wirkender Ausdruck macht sich auf Magdalenas Gesicht breit und ihr linker Mundwinkel und die rechte Augenbraue verziehen sich arrogant nach oben] “Aber… aber…” “Meine Damen und Herren, dazu sage ich nur: TOP, die Wette gilt…!!

Auf den Geschmack gekommen..

Montag Vormittag…. die Heizung wärmt unsere Rücken.. und wir werfen ungeduldige Blicke zur Tür.. bewegen uns unruhig hin und her… bei jedem Türeöffnen schnellt unser Kopf nach links.. und wir wenden uns enttäuscht ab. Bis…. die Tür abermals geöffnet wird… das Rascheln einer dünnen Plastüte ertönt.. und der Duft endlich unsere feinen Nasen erreicht.. der sehnlichst Erwartete ist da.. mit seinem noch sehnlicher erwartetem Essen… ein halbes Hähnchen mit Pommes.

Während Bernd sich nun einen bequemen Platz sucht um sein Hähnchen zu verzehren, sind Anjas und meinen Muskeln gespannt.. gierig wie die Geier lauern wir.. in Erwartung auf den günstigsten Moment… Bernd setzt sich.. packt sein herzhaft duftendes Hähnchen aus.. reißt die Pommestüte auf.. der Geruch lässt uns das Wasser im Mund zusammenlaufen.. und schon im nächsten Moment schmiegen wir uns mit flehenden Blicken an ihn… “Beeehernd..?!” Während er anfangs noch versucht uns mit Drohungen von seinem Essen fernzuhalten, bröckelt sein Wiederstand spätestens wenn eine von uns zum wiederholten Male einer seiner Pommes sich geklaubt hat.. oder ein weiches Stückchen Fleisch sich aus dem Hähnchen rausgerissen hat.. ohne offizielle Erlaubnis zwar.. aber wir wissen.. im Grunde doch macht es dir nichts aus, Bernd… ;-)

Ihr wollt wissen warum wir uns nicht unser eigenes Essen kaufen?? Wir sind nicht geizig.. und wir zählen nicht verzweifelt Kalorien.. Sind wir dann dreist?? Unsozial? Egoistisch?? Vielleicht…. ;-)  aber wenn ihr es selber mal ausprobiert habt.. werdet ihr feststellen…. Geschnorrtes schmeckt halt doch am besten.

Sagt Hallo….

….zu Trixi (der alten Schlampe… ;-)  )… und Frieda…. meinen Monstern… :-)

             Kannst du meine Monster halten…..?? ;-)

Das Sparschwein- Opfer der Globalisierung??

Glücksschwein, Drecksschwein, du fettes Schwein- all das sind Wörter von denen wir täglich Gebrauch machen. Auch Sparschwein ist aus unserem Wortschatz nicht mehr wegzudenken.. zumindest aus meinem nicht, bezeichne ich doch Helen ungefähr jedes mal so bei unserer Arbeit im Schulcafe… ;-) Während also das Schwein sowohl in unserer Sprache als auch in unserer Küche Hochkonjunktur feiert, geht es seinem nahen Verwandten, dem Sparschwein, saudreckig.

Was waren das für Zeiten als das Sparschwein noch jedes Kinderzimmer zierte!! Glasschweine, Keramikschweine… Schweine aus Plastik… durchsichtige Schweine, glitzernde Schweine…. Rosa Schweine, blaue und grüne…. Markenschweine, Billigschweine von der Sparkasse… Schweine im Supermarkt, im Spielwarengeschäft, im Ramschladen… ach ja.. früher war doch alles besser…!! Und heute?? Heute braucht man beim Sparschweinkauf neben viel Geduld und großer Ausdauer auch noch bequeme Schuhe und eine echte Spürnase…..

Es ist nämlich nicht nur so, dass die Nachfrage nach Sparschweinen anscheinend gesunken ist und sich diese niedlichen Tierchen im Handel rar gemacht haben… Auch sind sie die großen Verlierer in Zeiten der Globalisation.

Denn das tradtionelle Sparschwein muss weichen!! Nicht nur Kühe sind gefragter, sondern auch Exoten… zum Beispiel der Faltenhund aus China… der Löwe aus Afrika… der Zwerg von den sieben Bergen.. und wenn es schon das Schwein sein muss, dann mit Flügelchen und Krönchen… oder mit albernen Sprüchen bedruckt wie : “Geld statt Selters”… oder so klein dass nicht mal drei 1-Euro Stücke darin Platz finden… Ach, was ist denn bloß aus dem altmodischen, rosa Schweinchen geworden!!?

Ich werde diesen Trend boykottieren!! Ich lasse mich nicht unterkriegen!! Diesen neumodischen Kram werde ich nicht mit einem einzigen Cent unterstützen!! Paah!! Chancengleichheit für alle Sparschweine!!! Ich werde gleich eine Protestaktion starten… Streiks organisieren.. Flyer drucken… mit dem Geld aus meiner Milka- Spardose..

Das Fahrschulauto… mein Welpenschutz

“Dann muss ich mich ja ab sofort anschnallen wenn ich fahr…..!” So ungefähr lautete meines Mathelehrers Kommentar auf die Nachricht, dass ich meine Führerscheinprüfung (deretwegen ich seine wertvolle Stunde verpasst habe..) bestanden hätte…. nicht dass Sie sich nicht schon vorher hätten anschnallen sollen… aber jetzt erst recht, lieber Herr L…..

Und das nicht nur auf Grund der Tatsache, dass er wegen seiner freundlichen Bemerkung nun ganz oben auf meiner Abschussliste steht, sondern auch weil ich tatsächlich wie eine “gsengte Sau” fahr… unglaublich… ich versteh nicht wie ich die Prüfung hab bestehen können… oder wie ich mir habe einbilden können, ich wär zumindest ne halbwegs gute Fahrerin!!

Eigentlich läuft es ja ganz passabel… na gut…. zwar bricht der Hund in panisches Winseln aus wenn ich am Steuer sitz…. mein Pa würde mich am liebsten aus dem Fenster stoßen um selbst ans Lenkrad zu kommen… meine Mutter bekennt sich offen dazu Angst zu haben wenn sie neben mir auf dem Beifahrersitz mitfährt… und zu ihrer noch größereren Angst wenn sie nicht mitfährt…. und meine Oma hat schon von vornherein verlauten lassen, dass auch sie meinen Fahrkünsten nicht traut… Ihr seht, meine Familie unterstützt mich voll und ganz.

Doch trotz alldem durfte ich schon in Papis heiligem Power-Passat die Straßen unsicher machen… und immer wenn ich in unserem Corsa durch die Gegend flitze…. huui….! ;-) Man könnte sagen Autofahren macht mir Spaß…. wäre da nicht diese eine Sache…. *seufz*

Ich versteh es einfach nicht!! Mein Fahrschul-VW ist mir wirklich sehr selten abgestorben… und schon gar nicht an Ampeln… Warum, verdammt, passiert mir das dann jetzt plötzlich ständig??

Brrrr… Hopser, Stille… Ich fluche. Brrrrr…. Hopser, Stillle…. mir bricht der Schweiß aus. Nervöser Blick in den Rückspiegel… Der genervte Gesichtsausdruck verrät mir eindeutig die Gedanken meines Hintermanns: Typisch, ne Frau!! Brrrrrr….. Hopser, Stille…. Abschätziger Blick meines Hintermanns der mich gerade überholt: Na toll, auch noch ne Blondine!! Mit heißem Gesicht versuche ich dennoch meine Würde zu bewahren, starte erneut… gebe Gas… meine quietschenden Reifen wecken auch den letzten Autofahrer in der 200m langen Schlange hinter mir auf… erleichtert entspanne ich mich gerade wieder… Blick nach vorne… super, die nächste rote Ampel!! Und mit jeder weiteren Ampel wächste mein Grauen vor der nächsten… Hilfe, bin ich zu blöd zum Anfahren?????

Mehrere rote Ampeln später, die ich mehr oder weniger gut gemeistert habe…., einen sehr kreativen Einparkversuch auf einem Berg, und einem Strafzettel wegen Parkens ohne Parkschein, dem ich allen Ernstes wie durch ein Wunder entkommen bin!!, komme ich tatsächlich des Rätsels Lösung auf die Spur……..

Also analysieren wir doch mal das Ganze… was assoziiert ein Autofahrer mit dem Fahrschulauto vor ihm? Blöder Schüler, Anfänger. Haben wir doch Geduld mit dem. Aller Anfang ist schwer. Man nimmt Rücksicht. Und was assoziiert ein Autofahrer mit dem schwarzen Opel Corsa vor ihm der zweimal hintereinander abstirbt? Na klar… entweder es ist eine Frau… oder eine Frau… Auf die Idee dass vielleicht ein Führerscheinfrischling hinterm Steuer sitzt kommt selbstverständlich keiner… Boah, Alte, geht das nicht schneller?? Hast du Autofahren in BC gelernt? Ich habs vielleicht eilig. Hallooo??

Und darin liegt mein Problem… mein Fahrschulauto war mein Welpenschutz… niemand hat mich überholt… tödliche Blicke auf mich gefeuert… deutlich sichtbar rumgestöhnt…. Nein, man hat einfach akzeptiert: Da sitzt halt n dummes Kind drin, da kanns halt ne Weile brauchen. Punkt, Ende. Außerdem war da noch der routinierte Fahrlehrer der einem Sicherheit vermittelte. Und jetzt? Jetzt bin ich auf mich allein gestellt… und allein den Mordgedanken und drohenden Gesten meiner Hintermänner ausgesetzt. Und je mulmiger mir an den Ampeln wird, desto öfter stirbt mein Corsa ab… und je öfter er abstirbt…. na, ihr könt es euch ja denken…….

Ich will mein Fahrschulauto zurück… meinen Welpenschutz……. oder zumindest ein Schild: Ich bin Fahranfänger, Frau, Blondine… ich darf das……

Frauen und Fussball?? Die natürlichste Sache der Welt…..

War heute nicht ein strahlend schöner Tag?? Sommer…. Sonne…. Rückenwind….. Mal abgesehen von den 9 Schulstunden…. dem äußerst spannenden Chemieunterricht, in dem ich mal wieder mein außergewöhnliches Nicht-Wissen unter Beweis stellen konnte…. und der reichlich ungerechten Tatsache, dass Sport bei den Jungs ausfiel…. Nein, abgesehen davon, war dieser Tag wirklich herrlich….

Und damit wir wenigstens etwas zu Lachen hatten an diesem langen, langweiligen Tag, beschlossen Anja und ich auf dem Heimweg beim Sportplatz vorbeizufahren…. unbekannten Quellen zu Folge sollte dort ein Treffen junger, talentierter Sportler stattfinden….. und wir beiden Mädls, hormongetrieben und angelockt vom Geruch des Schweißes dieser Fussballgötter, konnten dieser Versuchung nicht widerstehen und begaben uns auf schnellstem und kürzesten Wege quer über den Rasenplatz direkt zu dem Ort, an dem diese geballte Portion Testosteron ihr Unwesen trieb….. Doch statt wie erwartet auf eine 12-Köpfige, energiegeladene Mannschaft zu treffen (11 Spieler und ihr Trainer, wohlgemerkt…. kleine Ergänzung….. ;-) ) , war das einzige was wir vorfanden ein ziemlich träges 3-Mann Team…. Versuche dieses durch Drohanrufe per Handy aufzustocken scheiterten kläglich…. und auch die Bemühungen kleine 8-jährige durch Bestechung anzuwerben verliefen im Sand…. Und so kam es, dass Anja und ich, um dem Spiel etwas Leben einzuhauchen, uns schließlich herabliessen unsere mehr oder minder geeigneten Schuhe auszuziehen und barfuss (bzw. alternativ: in Feinstrumpfhosen) einzugreifen…. nachdem auch die Mannschaftsfrage gelöst war, wurde es Zeit unser Können unter Beweis zu stellen…. Kippe…. Dribbeln…. Pass hin, Pass zurück…. und TOOOOR!! für die Gegenmannschaft….. Mehrere Löcher in Zehen und Strumpfhosen, 7 Gegentore und ein Feldwechsel später bekamen wir dann tatsächlich doch noch Verstärkung… also, neue Mannschaft, neues Glück…. diesmal im Tor, für Anja und mich…. und wie Frauen eben sind, meisterten wir auch diese Aufgabe mit Bravour!! Die ca. 17 Treffer die wir innerhalb einer halben Stunde kassierten sind lediglich auf äußere Einflusse zurückzuführen…. z.B. wenn unsere Aufmerksamkeit abgelenkt wurde…. sei es von Bienen, anregenden Gesprächen über Bikinis oder vorbeifahrenden Halbstarken…. und außerdem…. so ein Tor ist ziemlich groß…. auch wenn man zu zweit drinsteht….

Und so kam es, dass als die Zeit zum Aufbruch drängte, der Abschied entsprechend schmerzvoll war… lange Gesichter, flehende Blicke, feste Umklammerungen unserer Füße seitens der 4 Jungs…. schmerzlich begutachtende Blicke meinerseits (man tritt ja schließlich nicht jeden Tag in ein abgeschnittenes Rohr im Boden)…. und sehnsüchtige Blicke Anjas beim Gedanken an das Abendessen….. ;-) Doch wir konnten beruhigt heimfahren…. denn immerhin hatten wir die Gewissheit der Männerwelt wieder einmal bewiesen zu haben, dass man nicht ein Mann sein muss…. um das Tor auch aus 1,5 m Entfernung zu verfehlen.